Bereich: Freies Arbeiten      Seite zuletzt bearbeitet: 14.02.04     Home

Deformationen

MARKO TATGE

Die Manipulation (z.B. eines Gesichts) von der Idealisierung über die Karikatur bis zur völligen Unkenntlichkeit ist ein wichtiges Thema der Massenmedien, der Kunst und der Gesellschaft. Bildbearbeitungsprogramme bieten die Möglichkeit, dies praktisch zu erproben und inhaltlich zu thematisieren. Hier war die Aufgabe, ein Portrait in vier Varianten zu bearbeiten, wobei der Grad der Deformation zunehmen sollte. Gesichter mit verschiedenen Gesichtsausdrücken wurden dazu mit einer Digitalkamera fotografiert. Im Grafikprogramm wurden Teile des Gesichts ausgetauscht, dupliziert, gespiegelt, in der Größe verändert oder deplaziert.

Durch das Puzzeln mit Teilen des Gesichtes entstehen schnell neue Assoziationen. So können beispielsweise die Augenbrauen auch als Bart eingesetzt werden usw. Hier bietet sich etwa die Zusammenarbeit mit dem Fach Biologie an, um Aspekte der Physiologie und Psychologie zu erörtern. Eine Diskussion mit dem Thema "Wo beginnt Andersartigkeit, Fremdheit, Deformation?" führt in die ethische Dimension des Themas. Unterstützen können Werke aus der bildenden Kunst, z.B. von Brueghels, Bosch oder Arcimboldo. Schön und hässlich als nicht nur ästhetische Kategorien wären auch an Beispielen der Medienkunst (Van Lamsweerde, Aziz + Cucher) zu diskutieren.

 

 

     Tipp der Redaktion:

Die Umgestaltung von Portrait-Fotografien, von der leichten Überarbeitung bis hin zur Deformation, ist im Rahmen einer Flash-basierten Anwendung unter www.morphases.com möglich. Auch eigene Bilder können eingeschickt und zur Bearbeitung durch andere Besucher freigegeben werden.